Dr. Jürgen Rembold Stiftung
Dr. Jürgen Rembold Stiftung

Pressemitteilung vom 19.01.2020

Dr. Jürgen Rembold Stiftung * Fuchsweg 60 *  51503 Rösrath * Telefon 02205 83600

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Sven Garrecht gewinnt
8. Rösrather Kabarettfestival

 

Das achte Rösrather Kabarettfestivals  überzeugte nicht nur mit Wort- sondern auch mit Stimmgewalt.  Das Besondere: Alle Finalisten boten Musikkabarett und präsentierten ihre humorvoll-satirischen Inhalte am Piano oder mit Gitarrenbegleitung,  glänzten mit Gesang auf höchstem Niveau und beherrschten ihre Instrumente virtuos. Noch nie war der Ausgang des Finales so spannend, die Wahl des Publikums fiel am Ende dennoch eindeutig aus:  Sven Garrecht überzeugte die Mehrheit im gut gefüllten Bergischen Saal  von Schloss Eulenbroich mit seiner Mischung aus charmant erzählten Anekdoten, pointierten Kurzgedichten und schwungvoller Begleitung am Piano und schien am Ende selbst am meisten überrascht von seinem Erfolg.
Wie immer präsentierten acht Nachwuchskabarettisten zuvor an zwei Abenden Ausschnitte aus ihren aktuellen Programmen, die auf Platz eins und zwei gewählten Talente kämpften im Finale nochmals um die Gunst der Zuhörer: Am ersten Abend setzten sich Sven Garrecht und das Duo Ingo & Simon durch, am zweiten Anne Folger sowie das Duo Florian Albers & Tamara Peters.
Garrecht überzeugt das Publikum sowohl in der Vorentscheidung als auch im Finale und erobert mit seinem „Schwiegersohn-Charme“ die Herzen der Zuhörer im Sturm. Eingebettet in eingehende Melodien nimmt er sie mit auf seine erste Tuchfühlung mit dem weiblichen Geschlecht, die sich dann zur Enttäuschung des Entflammten als „Musterung“ entpuppt. Ähnlich verläuft das Täuschungsmanöver bei seinem Gassenhauer „Das wird teuer“, in dem es um die nicht erhörte Liebe zu einer Politesse geht, die ihn zu unzähligen Verkehrssünden verführt, die entsprechende Bußgelder nach sich ziehen. Eingängige Reime wie „Weil ich den Po nie vergesse, von dieser Po-litesse“ kommentiert er selbstkritisch und bietet dem Publikum an, den Refrain in „halt deine Chauvi-Fresse“ um zu texten. Bissig blickt er auch auf gealterte „männliche Tiger“, nicht ohne sich selbst als „Apotheken-Umschau-Leser“ mit gerade mal 30 zu entlarven.
Politische Seitenhiebe fehlen in seiner Darbietung,  dafür ist im Finale vor allem das Duo Ingo & Simon zuständig, das eine ganz neue Tonart mitbringt. Die beiden Bonner rappen zur Gitarre, was die Bühne hält, und nehmen kein Blatt vor den Mund. Ihr Thema: Die Natur und der Raubbau an ihr, Bienensterben, mit Glyphosat verseuchte Felder, Profitgier der Großkonzerne - ihre Kritik ist laut und deutlich, was im Rapp hohe Sangeskunst erfordert, dem ein oder anderen aber möglicherweise zu weit nach links geht. Mit ihrer Einlage landen sie an vierter Stelle.
Platz zwei vergibt das Publikum an Florian Albers & Tamara Peters, die ihre Musicalherkunft nur schwer verbergen können. Steppend, singend und schauspielend persiflieren sie die Geschichte eines modernen jungen Ehepaares und nehmen sich eine Reihe von Klischees wie den wehleidigen kranken Mann, überehrgeizige, herzlose Eltern und die liebe, buckelige Verwandtschaft vor, die auf einer Familienfeier nervt. Besonders Tamara Peters brilliert mit Gesang und einem gewaltigen Stimmumfang, der beinahe vergessen lässt, dass es um Kabarett- und nicht um einen  Gesangswettbewerb geht.
Großes Talent zeigt auch die auf Platz drei gewählte Künstlerin Anne Folger. Sie macht keinen Hehl aus ihrer Liebe zur klassischen Musik und verquickt diese auf geniale Weise mit ironisch-parodistischen Elementen. Wie sie den „Türkischen Marsch“ von Mozart sukzessive eindampft, um damit die Sparpolitik im Kultursektor zu kritisieren, ist genial. Ebenso anspruchsvoll, aber deutlich eingängiger ihre Parodie auf die You Tube Tutorials, in der sie als „Do Re Mi Fa So La“ die „Für Elise-Edition“ anpreist und urkomisch die Sprache einer Influencerin mit der Sprache der Musik verquickt. Mit viel Humor und Spaß führten Dr. Jürgen Rembold, dessen Stiftung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements das Preisgeld von insgesamt 3000 Euro stiftet,  und Ingrid Ittel-Fernau, Leiterin des Rösrather Kulturvereins, durch die drei Kabarettabende. Mit einem Augenzwinkern wiederholte Rembold seine Forderung, die Veranstaltungsreihe als „immaterielles Weltkulturerbe“ anzuerkennen,  und stellte fest, dass ein Sieg in Rösrath für viele Künstler ein Karrieresprungbrett mit Folgeauftritten auf großen Bühnen bedeutet. Bekanntester Shooting-Star vergangener Kabarettfestivals ist  Johannes Schröder, der mit seiner Lehrerparodie „World of Lehrkraft“  2018 den Prix Pantheon gewonnen hat und ebenso wie  Özgür Cebe mit „Ghettos Faust“ auf zahlreichen Bühnen und im Fernsehen Erfolge feiert.

Der Vorjahressieger Peter Fischer gastiert am 5. Mai 2020, 19:30 Uhr, mit seinem neuen Programm „Zweitastengesellschaft“ im Bergischen Saal von Schloss Eulenbroich. Tickets über den Kulturverein Schloss Eulenbroich, www.kulturverein-schloss-eulenbroich.de

 

Petra Stoll-Hennen, 20.01.2020

Pressemitteilung vom 02.01.2020

Dr. Jürgen Rembold Stiftung * Fuchsweg 60 *  51503 Rösrath * Telefon 02205 83600

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Mit Humor ins neue Jahr
Kabarettfestival präsentiert acht neue Talente

 

Bereits zum achten Mal sorgt das Rösrather Kabarettfestival zu Beginn des Jahres als kulturelles Highlight mit wortgewaltigen und musikalischen Beiträgen für beste Unterhaltung und gleich drei vergnügliche Abende in Folge. Von 14. bis 16. Januar 2020 präsentieren traditionell acht Nachwuchskabarettisten Ausschnitte aus ihren aktuellen Programmen. Das Festival wird vom Kulturverein Schloss Eulenbroich mit Unterstützung der Rembold Stiftung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements durchgeführt und ist inzwischen weit über die Grenzen Rösraths hinaus bekannt und beliebt. „In den letzten Jahren sind immer mehr Künstler auf uns zu gekommen“, freut sich Ingrid Ittel-Fernau, Vorsitzende des Kulturvereins. Wer in die Endrunde kommt und im Finale zum Sieger gekürt wird, bestimmt das Publikum. Die zwei Bestbewerteten der ersten beiden Abende treten am Finalabend zur Entscheidung nochmals an. Es geht um Preisgelder von insgesamt 3000 Euro, die der  Stifter Dr. Jürgen Rembold persönlich überreicht.
In den vergangenen Jahren hat das Publikum stets einen "guten Riecher“ bewiesen, denn Sieger wie Özgur Cebe ( 2013), Christoph Tiemann (2015), Johannes Schröder (2016), Josefine Gartner (2017), Markus Kapp (2018) und Peter Fischer (2019) haben mit eigenen Programmen große Bühnen wie zum Beispiel das Atelier-Theater oder das Senftöpfchen in Köln erobert.

Ticketbesitzer können sich auch in diesem Jahr auf ein hochkarätiges, abwechslungsreiches Programm freuen:  Erstmals ist mit Simon Slomma und Ingo Nordmann das noch junge Genre des Poetry-Slam vertreten: als Duo „Simon & Ingo“ präsentieren sie ihre selbst verfassten witzigen Texte gleich am ersten Abend und konkurrieren mit Juri Reimer, der Musikkabarett macht und sich auf der Gitarre begleitet. Auf Songs mit Biss und Humor setzt auch Sven Garrecht, der im letzten Jahr den Schweizer Kabarett-Nachwuchs-Preis gewann und seine Geschichten mit unerwarteten Wendungen singend und Klavier spielend erzählt.  Als letzter Teilnehmer des ersten Kabarettabends buhlt Silvester von Hößlin um die Gunst des Publikums, der bisher als Schauspieler auf Bühnen zu sehen war und nun mit seiner Gitarre die für ihn neue Welt des Kleinkunst-Kabaretts erobern möchte.

Auch am zweiten Abend ist das Musikkabarett stark vertreten. Zu den Wettbewerbern gehören das Duo Florian Albers und Tamara Peters. Sie greifen in ihrem Programm „Jetzt haste mich, betaste mich“ humorvoll Geschichten aus dem Alltag auf.  Mit der Ukulele und sprachlichem Feingefühl sorgt Andrea Limmer für eine ganz besondere Mischung aus Gesang und Kabarett.  In der Tradition bekannter Liedermachen wie Hannes Wader steht sie für tiefgründigen, auch nachdenklichen Humor.  „Klavierkabarett“ nenn Anne Folger ihre Art der Kleinkunst. Mit ihrem aktuellen Programm „Selbstläufer“  hat sie bereits für positiven Beifall im Publikum und Presse gesorgt und den ersten Platz beim Euskirchener Kleinkunstpreis eingeheimst. Auch der letzte Künstler der Vorentscheidung kennt sich mit Musik aus: Uli Höhmann ist Radiojournalist und hat 20 Jahre Glossen, Sketche und Comedy fürs Radio geschrieben. Nun wagt er sich, ganz ohne Musik und auf die Macht der Worte setzend, selbst auf die Bühne und  nimmt dabei auch seine eigenen Berufsstand kritisch-liebevoll unter die satirische Lupe.

Bereits zum dritten Mal  bietet der Kulturverein ein Sonderticket für die beiden Vorentscheidungsabende am 14. und 15. Januar an. So können Kabarettfans die Beiträge aller acht Künstler im Doppelpack für 22 Euro genießen (Einzeltickets 14 Euro), Tickets für den Finalabend am 16.01.2020 gibt es für 25 Euro. Beginn ist jeweils um 19:30 Uhr.


Veranstaltungsort: Schloss Eulenbroich, Zum Eulenbroicher Auel 19, 51503 Rösrath, Bergischer Saal Kartenvorverkauf:  Kulturverein Schloss Eulenbroich (zu den Öffnungszeiten), Buchhandlungen in Rösrath, Forsbach und Hoffnungsthal sowie online unter www.ztix.de und www.kulturverein-schloss-eulenbroich.de 

Petra Stoll-Hennen, 02.01.2020

 

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